Probenträger Rasterelektronenmikroskop (REM) für die Materialanalyse | © CRB Analyse Service GmbH

Tutorials: Analyse & Bericht

Häufig gestellte Fragen zu Analyse & Bericht

1. Wann gilt ein Material als asbestfrei?

 

Keine einfache Frage, denn im Unterschied zu quasi allen anderen Schadstoffen gibt es für Asbest (mit Ausnahme bei Luftmessungen) keine Grenzwerte, an denen man sich orientieren kann, ob ein Stoff vollkommen asbestfrei ist. Grenzwerte existieren weder in Form einer wenig aussagefähigen Konzentrationsangabe in Masse-Prozent, noch in einer das Gefährdungspotential eines Materials wiederspiegelnden Angabe, z.B. der Anzahl der Fasern pro mg Material.

Die Asbestfreiheit eines Materials oder die Unterschreitung eines Grenzwertes kann also bei momentaner Gesetzeslage nicht geprüft werden. Deshalb werden Sie in Untersuchungsberichten immer nur Befunde mit der Aussage Asbest nachgewiesen (asbesthaltig) oder Asbest nicht nachgewiesen finden.

So steht in VDI 3866 Blatt 5, Anhang B, Seite 32 für die Untersuchung von Materialproben:

  • Beim ersten Nachweis von asbesthaltigen Strukturen (z.B. Fasern, Faserbündel) kann die Untersuchung abgebrochen werden (Befund „asbesthaltig: ja“).
  • Andernfalls ist die Untersuchung über die gesamte geforderte Filterfläche fortzusetzen. Werden keine asbesthaltigen Strukturen festgestellt, lautet der Befund: „Asbest nicht nachgewiesen.“

Der Befund „Asbest nicht nachgewiesen“ sollte immer im Zusammenhang mit dem gewählten Untersuchungsverfahren und der damit verbundenen Nachweisempfindlichkeit betrachtet werden – siehe: Was bedeuten die im Prüfbericht angegebenen Nachweisgrenzen?

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2. Was bedeuten die im Asbest-Prüfbericht angegebenen Nachweisgrenzen?

 

Bei einer Asbest-Analyse gibt es zwei mögliche Ergebnisse: „Asbesthaltig: ja“ mit einer Einteilung in Mengenklassen oder „Asbest nicht nachgewiesen“. Nachweisgrenzen für ein Verfahren werden immer nur bei negativen Prüfergebnissen relevant, also dem Befund: „Asbest nicht nachgewiesen.“

Ja nach Art des Probenmaterials, dessen Homogenität und der erwarteten Asbestkonzentration werden für die Untersuchung von Materialproben unterschiedliche Präparationstechniken und Untersuchungsarten eingesetzt. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Nachweisgrenzen:

  • „Einfache“ Materialien wie Faserzementplatten, Leichtbauplatten, Cushion Vinyl, Pappe, Gewebe, Schnur, Filz, PVC-Bodenbeläge, Stopfmasse, Dämmplatten aus Mineralwolle können an Bruchflächen oder als Zielpräparat untersucht werden.
    Die Nachweisgrenze einer solchen Untersuchung liegt gem. VDI 3866, Blatt 5 bei 1 Masse-% Asbest.
  • Komplexere Materialien, solche mit zu erwartenden Inhomogenitäten oder bei denen Asbest in eine Matrix eingebunden ist, die so nicht analysierbar ist (z.B. Magnesitestrich, Zementestrich, Holzestrich, Ausgleichsmasse, Fugenmasse, Mörtel, Dichtmasse, Bitumen, Dachpappe, Gussasphalt, Kieselgur, Fensterkitt, Talkum, Speckstein, Farbe, Linoleum) werden nach Heißveraschung, Vermahlung und bei Bedarf Säurebehandlung als Streupräparat untersucht, wodurch die Sichtbarkeit von Asbest und die Nachweisempfindlichkeit (0,1 Masse-% Asbest oder besser) deutlich verbessert werden.
  • Technische Produkte (z.B. Spachtelmassen, Putze, Fliesenkleber, also sogenannte SPF-Materialien, Farben, Beschichtungen) mit zu erwartenden Asbestgehalten < 1 Masse-% erfahren eine noch aufwändigere Präparation durch Vermahlung, Heißveraschung, Säurebehandlung, Suspendierung/Filtration, wodurch die Nachweisempfindlichkeit auf 0,001 Masse-% oder sogar noch besser gesenkt werden kann.

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3. Wie lange dauert es, bis ich die Ergebnisse meiner Asbest-Analyse erhalte?

 

Wenn Sie die Standardbearbeitungszeit gewählt haben, können Sie innerhalb weniger Werktage nach Probeneingang in unserem Labor mit Ihrem Analyse-Ergebnis rechnen. Wir schicken Ihnen das Untersuchungsergebnis via E-Mail.

Werden andere Bearbeitungszeiten gewünscht (nur für „normale“ Material-, Staub- und Luftfilterproben), berechnen wir jeweils die folgenden Zuschläge auf alle durchgeführten Arbeiten:

  • 24-Stunden-Service bei Probeneingang bis 09:00 Uhr +50 %
  • Sofortbearbeitung bei Probeneingang bis 09:00 Uhr +75 %. Mehr Informationen zu unseren Preisen und Konditionen finden Sie in unseren Preislisten.

Wir versenden grundsätzlich keine Eingangsbestätigungen. Zur Sendungsverfolgung können Sie die sog. Tracking-Services der Zustelldienste nutzen. Nachdem die Probe analysiert wurde, senden wir Ihnen einen Vorab-Prüfbericht per E-Mail oder Fax zu.

Der Original-Prüfbericht folgt zusammen mit der Rechnung per Post.

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